Donnerstag, 15. Mai 2008

guter rat ist billig

"na, junger mann, verschoenerungsmassnahmen" seierte spontan und ungebeten der angejahrtere passant im rheinischen singsang auf klein theo ein, als der sich dem kategorischen imperativ beugte und endlich die spitzigen, hakigen zweiglein aus seiner hecke zupfte, die sich dort gerne in den zahlreichen passanten verfangen (passant erschrickt in seiner nichtsahnenden rechtschaffenheit furchtbar, huepft in einem gewagten rettungssprung weg von dem boesartig grabschenden dickicht auf die einbahnstrasse, suv kommt, hoppel, passant matsch. das wollen wir natuerlich nicht. also: schnippeln.)

klein theo, dem dieser moralische beistand herzlich egal war, knurrte ein unverbindliches hmrjahmhmh und knipste weiter.

"ja, sonst kommt da wieder ein brief von der stadt, ne" - aaaaach. meint er. woher weiss er nun dieses? zeichnete sich hier gar eine erklaerung fuer den unerwarteten neighbourwatcheffekt vom letzten jahr ab? soso. ob er das meinen wuerde.

"neeeee, noch nich. ne." - "aber " - auf den kurz vor seiner duftenden bluete stehenden holunder deutend, der sich seinen weg gen sonnenseite bricht - "der muss ganz weg. das ist der schlimmste".

aha. klein theo fuehlte sich wohlbelehrt.
wieder ein akutes beispiel von phyllophobie vor augen gefuehrt bekommen. was muss der gute mann im koelnbonner betonasphaltnetzwerk bluehen und gedeihen.
ein lokales minimum an wildwuchernder natur, eine der ach so seltenen nischen fuer alle gruenallergiker und heckenhasser. halleluja.

blitzgesindel

aha. flashmobs kommen wieder. klein theos ansicht nach ist diese massenaktionsform ein weit ueberschaetztes artefakt. spontane zusammenkuenfte zum zwecke von konzertiertem unsinn? da braucht man doch bloss am fussballstadion vorbei. gut. harmlos ist DAS natuerlich nicht.

Mittwoch, 14. Mai 2008

bahnfluch III

nachdem vor nicht allzulanger zeit die bahn noch gichtfingrig und schrumpelkoepfig ihre verdutzen kunden ankeifte: "so ist's richtig bei der deutschen bahn" hat sich der tonfall etwas in richtung soziopsychologisch geschulter spiess gemaessigt. "hausordnung. herzlich willkommen auf unserem bahnhof". um dann genau den gleichen sermon abzuleiern wie zuvor. klein theo waere dem gegenueber grundsaetzlich freundlich-abwartend-neutral eingestellt. was ihn aber gehoerig anPIS irritiert ist die tatsache, dass die kundenpflichten nicht durch gewisse elementare rechte in der balance gehalten werden. wie z.b. die bereitstellung von baenken auf dem bahnsteig. oder - und hier sei verbindlich laechelnd aber nachdruecklich auf weiter untrigen beitrag verwiesen - einem haus, dem die ordnung gelten, einem hof, in den die bahn einfahren koennte. hausordnungen fuer vereinsamte kiesstreifen. ab da haengt fuer theo der haussegen schief.

spiritus loci

ortsnamen wie donnerschlaege. klein theo erinnert sich sehr wohl noch an erstes erkennen im vorueberblaettern. welche wundervolle welten taten sich auf im plz-buch der deutschen bundespost. wortlyrik, gerahmt von ehernen zahlencodes zu je 4 ziffern.

hier sei einem von vielen stellvertretend gedacht. 8950 - neugablonz. erschuetterung. dieser dreisatz aus funkelnden ideen:

NEU!! ein phoenix aus der asche.

GA!? ein innehalten, ein verwundern. halboffener mund. silbriger speichelfaden.
um dann, wie mit dem reisigbesen vor's scheunentor gerannt, in tiefster zerstoerung zu enden:

BLONZ.

wer wollte da nicht eine traene des stillen miterlebens im augenwinkel zerdruecken. es muss auch nicht der eigene sein.

bahnfluch II

auch auf die gefahr hin, dass diese seite hier etwas schienenlastig wird, noch eine verwunderung.

fuer wen oder was, so lautet sie, sind eigentlich die gepaeckablagestreifen in gaengigen doppelstockregionalzuegen gemacht? gepaeck ist von vornherein ausgeschlossen, es sei denn, man haette es vorher auf eine breite von maximal 30 cm gefaltet und dann mittels heissmangel auf eine ablagegerechte hoehe von plusminus 15 cm geplaettet. zu den ablagesuchenden gegenstaenden, die hier bereitwillig aufgenommen werden zaehlen also solche gaengigen reisebegleiter wie:
wurststullen
zeitungen
flundern &
blondinenwitze.

bitte, das verschweigt uns die bahn, bitte nicht mit koffern o.ae. einsteigen. was der mensch so benoetigt, auf der regionalsause, das passt in vielleicht in eine packtasche, aber zur not immer auch in die backentasche. da sind wir uns doch einig. ODER.

daisy duck vs. goofy

wem noch, ausser klein theo, kommen die us-wahlen wie ein erlebnisfahrgeschaeft durch disney-geisterland vor? eine kurve: booo, vorwahltermin verfrueht, naechste kurve: boooo! superwahlmaenner wechseln die seite. ist ja alles schoen und gut und bestimmt das totale entertainment. aber
WAS, ZUM KUCKUCK
waehlen die amis da eigentlich? die anzahl der freirunden? ein neues level fuer "lemmings"? super-mario? second life? versteht das jemand? wenigstens dort im land?
eine beruhigung ist ja, dass mit der flaechendeckenden einfuehrung von digitalen wahlmaschinen das votum des volkes eine effektivitaet gewinnt wie das kurbeln des begeisterten kindes am lenkrad ein karussellautos. dann wird die ganze geschichte vollends virtuell und alle koennen sich entspannen. und buecher zur politischen bildung lesen.

Montag, 12. Mai 2008

gebaeudefreie luft

klein theo findet die initiative "rauchfreier bahnhof" grundsaetzlich prima. irritierend wirkt auf ihn die tatsache, dass der rauchfreie bahnhof in der provinz nicht selten auch bahnhofsfrei ist. oder seit wann nennt man schalter-, automaten- und unterstandsfreie haltstellen "bahnhoefe"?
gesetzt den fall, es finden sich nun auch noch mitbuerger, die sich voellig schuldunbewusst trotz warnung unter gottes freiem himmel einen glimmstengel goennen (und wer wuerde es ihnen veruebeln), so verkehrt sich mit einem mal die bezeichnung und der verblueffte bahnkunde steht unversehens im bahnhofsfreien rauch. eine geradezu esoterische erfahrung.

desweiteren siehe auch http://www.bahn-spass.de

Sonntag, 11. Mai 2008

kinderfrage, geraffte darstellung.

wenn lohnkostenvorteile in der globalisierten wachstumsgesellschaft die konzerne nach kurzaufenthalt in den aufstrebenden produktionsstandorten immer weiter in richtung billiglaender treiben -d.h. augenblicklich immer weiter nach osten: was machen sie, wenn sie einmal den erdball vollstaendig umrundet haben werden?

beisst sich die gefraessige katze dann in den eigenen schwanz? frisst sich der transnationale bandwurm selber? es wird spannend.

lasset alle hemmung fahren

so ist denn klein theos ewige leidenschaft neuropsychologisch erklaert.

da es sich um ein gutes prinzip zu handeln scheint, liebaeugelt er im transferschluss mal wieder mit bewusstseinserweiternden massnahmen. fliederbeeren & bratrollmoepse, z.b.. sorry, hier gibt es dazu nix weiter spannendes zu lesen. waere ja noch schoener.

ne? 's cafe? oder?

was klein theo immer wieder wundert: woher nahmen die geschmackspanscher aus vevey die stirn, dieses grauenhafte aggressiv-fad-bittere instantgesoeff auch nur verbal mit kaffee in verbindung zu bringen?

neulich bei air berlin schlimm auf die fresse gefallen, bei bestellung eines vorgeblichen bohnengetraenkes. der schock und die enttaeuschung sind nicht zu beschreiben.

das argument, dass u.a. z.b. eine ganze generation briten in komplettignoranz ueber die wahre natur von kaffee die umsaetze von nestle jahrelang klettern lies, verfaengt nur bedingt. not so splendid culinary isolation.

der dauergroll gegen nutritionsmonopolisten (von "essen" zu reden, waere unsachgerecht geschmeichelt) ist - wie leicht herauszufinden - bei klein theo tief verwurzelt. nennen wir neben fresstle daher en passant auch noch dannohne und rafft-futz. in seiner jugend ein unbewusster aber sanftgluehender fan von nesquick (ja, aber auch kaba) erlitt theos urvertrauen nach einschlaegiger agitationslektuere etliche leichte schlaege, die zum anzaehlen vielleicht noch nicht gereicht haetten. endgueltig angeekelt kam er von einer - sonst serioesen - naturwissenschaftlichen konferenz zurueck, wo sich nestle, bzw. ein mitarbeiter der forschungsabteilung nutriceuticals (grob aber nicht untreffend uebersetzt: pharmafrass) nicht entbloedete, seinen eingeladenen vortrag vor mehr oder weniger hochrangigen forschern mit 10 minuten familienglueckwerbung einzuleiten. in anderen jahrhunderten haette so ein sittenwidriges benehmen gerechtfertigterweise den pranger zur folge gehabt. schade.

Samstag, 10. Mai 2008

toechter

eine voellig subjektive einschaetzung des puppigkeitsfaktors deutscher regionen ergibt ein gefaelle vom westsuedwesten zum ostnordosten. somit findet der mailuftbeseelte juengling von bonn bis heidelberg zwangslaeufig eher so eine art ausgebildete dauertochter, wohingegen er ab thueringen und weiter in die gegenrichtung durchaus auf ernstzunehmende weibsbilder stossen kann. irgendwas scheint in den alten bundeslaendern zu einer selbstverstaerkenden selbstverliebtheit mit starken selbstbespiegelungstendenzen gefuehrt zu haben - uebrigens nicht nur bei den frauen. wahrscheinlich hat das irgendwas mit der traditionellen nahrungssituation zu tun.

sicherlich, das legt die intuition nahe, leben die ikonen ken und barbie seit anbeginn ausschliesslich von kunstspeiseeis, suesssprudel, tueten- und tubenfertigglibber. wesen aus fleisch und blut, die mit gruenen eingelegten tomaten aufgewachsen sind, sind demgegenueber wahrhaft schrotig-koernig-rustikal zu nennen. du bist, was du isst, wusste schon jean pell, erfinder der gleichnamigen kartoffel und schaelte sich nach dem ersten sonnenbad.

bedenklich dabei: dann holt der osten bestimmt bald vollstaendig auf. einholen mit ueberholen. honni, du hattest keine ahnung.

allianoi

waldschloesschenbruecke auf tuerkisch? aber man muss zugeben, dass unsere osmanischen kollegen in groesseren dimensionen zu denken imstande sind.

bedeutungswandel

ist ihnen auch schon mal aufgefallen, dass es keinen "musiksender" gibt, in dem einfach nur "musik" gespielt wird? es scheint ein ding der unmoeglichkeit zu sein, interessante, faszinierende, betoerende, berauschende, inspirierende, mitreissende, vielfaeltige aber sonst klassifikationsneutrale musik in ihrer ganzen goettlichen unbegrenztheit zu bieten.

wieviele menschen kennen wir, deren musikgeschmack dem entspricht, was z.b. in *schauder* hr3, *wuerg* klassikradio, *igitt* einslive (einst wdr1), *ANATHEMA* swr3 den tag ueber abgespult wird (dass die oeffentlich-rechtlichen von den privaten "antennen" und "wellen" leichtens! abgrundtief unterboten werden, sollte dabei kein grund zur beruhigung sein)?

damit meint klein theo offensichtlich nicht die menschen, die man tagtaeglich im getunten golf bei akustischen monotonmetzeleien an sich vorbeiziehen sieht, pardon, hoert. ebenso seien ausgeschlossen die musikverbraucher, denen klang und rhythmus als unverfaengliches grundrauschen fuer die alltagsverrichtungen vom fruehstuecksei bis zur toilette dient. nein: ernsthaft, wieviele mag es also geben, die einerseits zu bewusstem hoeren faehig sind aber andererseits dem truebdumpfen enggefassten, sogenannten durchschnittsgeschmack folgen?

das drama ist ja, bei aller konzession an die zwaenge des marktes, der missbrauch des begriffs "musik" einerseits und bombastischer superlativer im kontext andererseits. die werber moegen das richtige meinen, aber bitteschoen, wo ist hier die faszinierende, aufruettelnde, etc. MUSIK? offenkundig haben wir es hier entweder mit einem missverstaendnis oder einer sinnmutation zu tun. nunja, alternativausdruecke wuerden eventuell auch zu wenig catchy geraten. wie waere es mit "variationslosem dauerdroehnen"? nein. eben.

gottseidank ist der muendige hoerer mit einer untrueglichen mustererkennung ausgestattet, die ihn postwendend abdrehen laesst, sobald folgende worte in engen zusammenhang gebracht werden:
  • 80er,90er
  • heute
  • (aller)beste
  • hits
  • mix
  • verdaechtig (hit-~/rekord-~)
  • live
  • elch
  • club
  • party
  • super
  • mega
  • lieblingssong
  • games
  • mein
  • euer
  • charts
so gewappnet, sollte es ein leichtes sein, die befleckten empfaengnisgeraete kaltzustellen, um fortan wieder offenen ohres durch die welt gehen zu koennen.

theo bromin

glueck durch chemie

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