Freitag, 5. Dezember 2008

bird lives and sonny will hopefully stay with us for still some while

tonhalle, duesseldorf, kurz vor 20 uhr. summendes warten auf den saxophone colossus, einen der letzten seiner art, einen mann, der seinen namen fest in die geschichte des jazz eingebrannt hat. im publikum fruehinteressierte, spaetbegeisterte und ewige fans. grau überwiegt, es riecht nach ddorfer kleingeld. zu viele freie sitze trotz teilgesperrter raenge, kleine und groessere musiker fachsimpeln(einer der groesseren fitzefatze-t ausnahmsweise nicht, sondern ist mit frau und kind gekommen, einen seiner altvorderen zu hoeren), im saal findet eine nachverdichtung statt, die platzanweiser kapitulieren verkniffen.
gnaedig kurze ansage, die band. und dann: ein gebrechlich wackelndes maennlein, verglichen mit der phantasierten wirklichkeit unterlebensgross, eine wild wippender mopp von haaren, sonnenbrille, bart, schwarzer anzug, rotes stecktuch, das tenor. der hoefliche applaus dreht auf, rufe, catcalls. dann ein unmerkliches verharren und der gebeugte alte herr stoesst ein paar signale in sein horn, die band steigt ein, up-tempo, froehliche harmonien.
...
was war: traenen der ueberwaeltigung angesichts des ersten und wahrscheinlich letzten unmittelbarerlebnisses, zwei stunden geballte energie von dem grossen, grossen meister der ueberraschenden rhythmischen wendungen und frei dahinschlaengelnden und -huepfenden paraphrasen, spontankompositionen. aber eben auch eine bis zur begleitmaschinerie degradierte rhythmusgruppe. ein e-bassist, der genauso sitzt und gleichmuetig pensum abspult, wie sonny steht, tanzt, singt, kraechzt, droehnt, schreit, schichtet, zitiert (auch sich selbst). endlose, vorhersagbare formen, in denen der meister die dauerrolle hat, die melodie zu formulieren, einstiegsideen fuer den chorus anzugeben, nach ausgedehnten, braven (nicht mutigen) soli die melodie wieder abzuholen und weiterzureichen, am ende zu resumieren. calypso, calypso, rock, swing, kein bop.
was bleibt: ein tiefes gefuehl von liebe und verehrung fuer einen mann, der nach 78 jahren spielen darf, was er noch will und kann, der auch einen nicht-alterierten blues zum ausgang singen / shouten darf, ein ereignis, was man nicht gehoert haben muss. aber unbedingt erlebt. danke.

Donnerstag, 27. November 2008

offroad off topic

nachdem klein theo von spruehmatschsurrogaten fuer niegelnagelneue cayennes etc. hoeren musste (nicht, dass er nach dieser information wirklich verlangt haette) schossen ihm pfiffige neue lackdesignideen ab fabrik durch den kopf.
tarnfarben mit perleffekt, z.b.,
auch fuer strahltrueb sieht er eine gewisse nische,
wieso nicht gleich schlammpink-glossy
oder
schmutz-metallic.
quasi fuer die unauffaellige brillianz, motto: auf dem boulevard so wenig zu hause wie in der kiesgrube. ideal fuer den wildliberalen vorruhestaendler aus dem villenvorort.

Montag, 17. November 2008

tenors

welch ein weg musste doch zurueckgelegt werden von der exquisiten verehrungswuerdigkeit eines, sagen wir mal, caruso, bis zu der massentauglichen poppigkeit der 10 tenors.

den leisen zweifel ignorierend, dass aus dem kontext geloeste musikkonzentrate erst dann so richtig gut werden, wenn man sie auch noch um ein vielfaches verstaerkt, koennte man jetzt einen mathematischen ansatz machen, ab wann die anzahl der knoedelritter vermutlich die staerke des zahlungswilligen publikums uebersteigen wird.

nach klein theos schaetzung wird sich der staunende bestofpowerklassikpop-fan schon um das jahr 2030 auf etliche ca 50-koepfige tenorensembles freuen koennen, die es bis dahin auch zu einer meisterschaft in der konzentration der klassik-konzentrat-essenz gebracht haben werden, so dass der figaro gut und gerne binnen 10 minuten abgehandelt werden kann. dafuer aber eine undezime hoeher als im original. vom bis dahin unerreichten spitzenschalldruck ganz zu schweigen.

welche wundervolle zukunft breitet sich doch vor uns aus.

Sonntag, 16. November 2008

freewheeling

wer im grossraum koeln wohnt, kennt das problem der fehlenden biotopvernetzung. wie oft liegen zwischen kneipe und kino, zwischen buero und amt noch widersinnige gruenstreifen, mobilitaetsfeindliches naturgelaende, bewegungshemmende ruralstreifen, ja sogar der ein oder andere heimtueckische maeandernde wasserlauf. von wildgewordenen umweltfreaks willkuerlich ausgewiesene landschaftsschutzstreifen, von denen so mancher nicht weniger als 100 meter ausdehnung aufweisen mag, naturschutzgebietsauslaeufer, die sich hinterlistig zwischen unsere liebgewonnen bewegungsgeraden zwaengen.

freunde! fahrer! motoristen! dies muss ein ende haben!
die vernetzung der lebensraeume muss harte realitaet werden! weg mit den ungepflegten bodenunebenheiten! keine autobahnausfahrt in mehr als 500 meter entfernung! lasst stadtentwicklung wahr werden!

noch ist staugustin (lieblich blinkender ampelwald, flaechenbrand architektonischer bedeutungslosigkeit, traenen in beton) nicht verloren!

postbank

unterm strich
zahle ich

Donnerstag, 30. Oktober 2008

zweifel

klein theo geraet immer wieder in schier unloesbare dilemmata:

ist es, rein prinzipiell, ethisch fragwuerdig, sich einen besuch im genmaislabyrinth zu goennen?

theo bromin

glueck durch chemie

Benutsertsuschdand

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Ja! Freiheit fuer die Texte! Die Bilder nicht zu vergessen. Kultur fuer wirklich alle! Strategische Partnerschaft von Happy Tree Friends, Beavis, Butthead, Itchy und Scratchy. Freiheit fuer den Geist.
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