endlich ist auch die wissenschaft dort angekommen, wo er den neuzeitgemäßen fastbildungsbürger abholen kann.
sensationen im minutentakt. so schreitet der fortschritt fort.
kakau - 11. Nov, 13:22
http://www.tagesschau.de/inland/castorstreit102.html
ja, die südländer. heissblütig und warmherzig, erdverbunden und bodenständig, nach ein paar vertrauensbildenden maßnahmen (glasperlen) gerne alles entgegennehmend, was man ihnen gutes hinzureichen weiss.
kakau - 11. Nov, 13:15
wir wollen ungern, sollten aber gerne glauben, was aus den zentren der weltweiten
nutrigenomicsbrühwürfelproduktion
verlautbar wird: in der nächsten zukunft wird beim essen fein säuberlich zwischen dem ökoradieschenwerten premiumkunden und dem geschmacksindifferenten niedrigverdiener unterschieden werden. ihm, ihmletzteren allein gebührt der genuss von
naturidentischen surrogatersatzsubstitutaromaanaloga!!
das ist nicht gerecht.
kakau - 26. Okt, 12:23
vor kurzem einmal den guten alten pilz-taschenatlas (albert pilát, 1962) ausgegraben und recherchiert, was einem kürzlich noch im wald an beschirmten putzigkeiten untergekommen ist (auf deren genuss hin auch keine verluste, also jedenfalls keine nennenswerten zu beklagen waren). keine aufschlüsse erhalten, muss an den nachgedunkelten handgetuschten farbtafeln des schnurrig zu lesenden gesamtwerkes ("blassfleischrötlich oder rötlichbräunlich, vielfach rot gefleckt, am stiel angewachsen, später abgerissen und,frei, mit welliger schneide und in der reife weisslich bestäubt..." hachchchhh) liegen, die eine unterscheidung zwischen ziegengelbem schleimpilz und frühjahrsrötling zu einem lustigen vexierspiel werden lassen.
hingegen sehr wohl gefunden: latein lebt. während die bodenständigeren deutschen ausdrücke (fasernder hasenfurz o.ä.) anscheinend schon seit mindestens 40 jahren als ausgestorben zu gelten haben, heissen die guten tiere auf gelehrt immer noch ganz ähnlich, aber subtil anders. da wird ein quid zum quo ein aurantium zum citrinum und andersrum, dass einem ganz blümerant, bzw. pilzerin wird.
kritischer ist allerdings zu vermerken, dass die pilzliebende menschheit offenkundig in rasanter mutation begriffen ist. wie geschwindhuschhusch das dermaleinstige "essbar" in heutiges "giftig" umgeschlagen ist - andersherum scheint schwieriger - das kann einfach nicht an unseren geliebten grobporlingen und lamellenbovisten liegen. sehr gut kann sich der autor an die großstieftante dritten grades aus der brudenstaatengrenzregion der ehemals andersdeutschen erinnern, die bei großem appetit gerne zu den 30 jahre vorher eingeweckten stachelbeeren (stachel? oder was es doch: birne??) griff, um die zu einheitlichem graugelb verblasste suppe mit zerfasernden brocken - nach einhändig-lässiger entfernung von dem, was obenauf flotierte (in der familie liebevoll "wichtel" genannt) - genussvoll zu verspeisen. allerdings nicht alles auf einmal, schön eingeteilt. mit fug und recht wage ich zu behaupten, dass diese tante - zu lebzeiten mindestens - ein jegliches individuum jegliche in o.g. buche verzeichneten fungoiden ohne schaden, nein: mit freude und gewinn genossen hätte. unsereins hingegen bekommt ja schon bei weisslichem anhauch auf der marmelade schuppen. von frühjahrslorcher auf der butterstulle (tanten-vulgo: bemme) ganz zu schweigen. ein pilzener bekommen gerade wir mit mühe herunter degenerierte pilzwichte sind wir, ja, so ist es.
kakau - 14. Okt, 21:09
angestelltenabfüllstellen allerseits, merket auf: lauterer umgang mit dem fressvieh ist wieder angesagt. drum schreibet nimmermehr auf eure tafeln:
" rinderragout mit serviettenknödel, steiermärkische art "
sondern vielmehr:
" mehlvariationen auf fettbettchen "
auch nennet eure verköstigungsgrube nicht:
" sauerland-ost-park-casino 'royal' "
sondern vielleicht:
" betonklotz aus dem seitlich mittentags frittenmief quillt "
einen versuch wäre es immerhin wert.
kakau - 14. Okt, 20:57
es ist immer wieder ein wundersam ding, wie man doch vor dreissig jahren sich noch mit freunden auf drei tage später im biergarten verabreden konnte, 19 uhr, links hinten, alles klar, bis dann, ciao.
seit einzug des mobilteils in unser durchschnittliches leben erscheint solches ein schier maßlos unberechenbares unterfangen. was kann da nicht alles dazwischengeraten, was umdisponierung und rückversicherung bis zur letzten minute notwendig erscheinen lässt: ein unwetter könnte kommen, der biergarten könnte der kontinentaldrift anheimfallen und räumlich nach unbekannt abwandern, der freundeskreis ändert sich natürlich auch gerne mal schlagartig, unwägbarkeiten, unwägbarkeiten überall. nichts, was man gerne dem einfachen, einmal ausgesprochenen worte überlassen möchte.
kakau - 28. Jul, 23:02
bürgermeister aller
finanzgebeutelten kommunen, schnappt euch den nächstbesten insolvenzfall (möglichst nicht euren),
görgt ein jahr herum, hernach ist ausgesorgt. und des jubels und lobpreises wird kein ende sein.
kakau - 29. Jun, 10:36
gestern inner s-bahn auf halbbreit kölsch:
"...ezzählt die mir von ihre abjefallne händiklappe. - mönsch, isch wüll poppn unn kaine lehmnsjeschichschte".
so sollte eine beziehung heute sein.
kakau - 29. Jun, 10:31